• ALTES PFARRHAUS

    ALTES PFARRHAUS

    Altes Pfarrhaus

    StandortKesseling
    Nutzfläche485 m²
    Umbauter Raum2.435 m²
    BaubeginnAugust 2012
    FertigstellungMai 2015
    Leistungsphase1-8
    ArchitektBungarten Architekten
    BauleitungGerd Bungarten, Michael Römer
    NutzungDorfgemeinschaftshaus

    Historische Substanz weitergedacht 

    Mit der Restaurierung, dem Umbau und der Erweiterung des ehemaligen Pfarrhauses entstand ein neuer Ort für das gemeinschaftliche Leben in Kesseling. Das historische Gebäude war ursprünglich eine Außenstelle des Klosters Prüm, wurde später als Pfarrhaus und ab den 1960er-Jahren als Wohnhaus genutzt.

    Mit der neuen Nutzung als Dorfgemeinschaftshaus sollte zugleich der Ortskern von Kesseling gestärkt werden.


    Weiterbauen am Bestand

    Das denkmalgeschützte Gebäude setzt sich aus einem Westtrakt aus dem 16. Jahrhundert und einem Osttrakt aus dem 18. Jahrhundert zusammen. Während der ältere Westtrakt in weiten Teilen erhalten werden konnte, waren im Osttrakt aufgrund erheblicher Schäden umfangreiche konstruktive Eingriffe notwendig. Die Sanierung erfolgte in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege. 
     
    Ergänzt wurde der Bestand durch einen bewusst ablesbaren, eingeschossigen Erweiterungsbau. Mit seiner horizontalen Ausrichtung und dem Flachdach tritt der Neubau gegenüber dem historischen Pfarrhaus zurück. Großzügige Öffnungen verbinden den rund 140 m² großen Veranstaltungsraum mit den angrenzenden Außenbereichen. 














    Materialität und historische Details

    Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem Erhalt prägender Bauteile. Kölner Decken wurden in den erhaltenswerten Bereichen gesichert und wiederhergestellt, ebenso historische Holzdielen, Naturstein-Fenstergewände, Türen und Treppenanlagen. Sprossenfenster wurden nach historischem Vorbild erneuert und im Innenraum kam Lehmputz zum Einsatz. 

     

    Im neuen Veranstaltungsraum bildet die sichtbare Brettstapeldecke einen bewussten konstruktiven und materiellen Kontrast zum historischen Bestand. 





    Räume für Gemeinschaft

    Das neue Nutzungskonzept bündelt unterschiedliche Angebote unter einem Dach. Neben Veranstaltungsraum, Küche und Vereinsräumen im Erdgeschoss befinden sich im Obergeschoss Jugendräume sowie ein eigener Bereich für die Blasmusik. Der Musikraum wurde für seine besondere Nutzung schalltechnisch ertüchtigt. 

    Bauen in Etappen 

     
    Die Umsetzung erfolgte in aufeinander abgestimmten Bauabschnitten – von der Sicherung und Sanierung der historischen Bausubstanz über die energetische Ertüchtigung bis zum Innenausbau und der neuen Nutzung. Öffentliche Fördermittel und bürgerschaftliches Engagement begleiteten die Realisierung. 
     

     

    Ein Haus für Kesseling

    Aus dem historischen Pfarrhaus entstand so ein vielseitig nutzbarer Ort für Vereine, Jugend, Musik und Veranstaltungen. Historische Bausubstanz und zeitgemäße Ergänzungen bleiben dabei klar ablesbar und bilden gemeinsam einen neuen Mittelpunkt im Ortskern von Kesseling. 


  • MFH AM RHEIN

    MFH AM RHEIN

    MFH am Rhein

    StandortRemagen
    Nutzfläche709 m²
    Umbauter Raum4.148,80 m³
    Baubeginn2020
    Fertigstellung2021
    Leistungsphase1-8
    ArchitektBungarten Architekten
    BauleitungGerd Bungarten, Stefano Brug
    NutzungMehrfamilienhaus

    Mehrfamilienhaus am Rhein

    Direkt am Rhein in Remagen entstand ein Mehrfamilienhaus mit sieben Wohneinheiten. Der Entwurf reagiert auf zwei unterschiedliche Seiten des Grundstücks: Zur Nachbarschaft fügt sich der Baukörper in Maßstab und Gestaltung in die bestehende Bebauung ein, während er sich zum Rhein hin großzügig öffnet. Balkone und bodentiefe Fenster schaffen einen direkten Bezug zur besonderen Lage und prägen die Rheinseite des Gebäudes. 


    Die sieben Wohnungen bieten unterschiedliche Größen und Grundrisse – von kompakteren Einheiten für Paare oder Einzelpersonen bis hin zu großzügigeren Wohnungen mit rund 120 m². Eine Tiefgarage nimmt die notwendigen Stellplätze auf und hält den Außenraum weitgehend frei.





     

    Auch die unmittelbare Nähe zum Rhein wurde konstruktiv berücksichtigt. Für den Hochwasserfall ist die Tiefgarage so konzipiert, dass sie kontrolliert, geflutet werden kann. 

    Die reduzierte Fassadengestaltung aus weißen und grauen Putzflächen wird durch vorbewittertes Titanzink an den seitlichen Mansardflächen ergänzt. So entsteht ein ruhiges Wohngebäude, das sich selbstverständlich in seine Umgebung einordnet und gleichzeitig die besondere Rheinlage in den Mittelpunkt stellt. 

  • EHEMALIGES WÄSCHEHAUS

    EHEMALIGES WÄSCHEHAUS

    Ehemaliges Wäschehaus

    StandortBad Neuenahr – Ahrweiler
    Nutzflächeca. 1.242 m²
    Umbauter Raumca. 4.978 m³
    Baubeginn2026
    FertigstellungApril 2027
    Leistungsphase1-5
    ArchitektBungarten Architekten
    BauleitungSibylle Thor, Minh Nguyen
    NutzungGesundheitswesen: Büro-, Praxis-, Schulungsräume

    Technische Infrastruktur eines historischen Kurortes 

    Die Alte Wäscherei, das Technikgebäude und der Wasserturm gehören zu den ältesten Versorgungsbauten des Thermalbadehauses Bad Neuenahr. Vermutlich zeitgleich mit dem historischen Badehaus errichtet, bildeten sie über Jahrzehnte die technische Grundlage des Kurbetriebs. Hier waren die technischen Einrichtungen des Thermalbadehauses untergebracht und die Versorgung der zahlreichen Bade- und Behandlungsräume wurde sichergestellt. Historische Hinweise deuten darauf hin, dass dabei auch das Wasser des Mühlenteichkanals genutzt wurde – unter anderem für die Wäscherei sowie zur Energie- und Druckerzeugung für den Kurbetrieb. 

    Neue Perspektiven für einen historischen Gebäudebestand 

    Die Flutkatastrophe im Jahr 2021 zerstörte die technische Infrastruktur des Thermalbadehauses grundlegend. Im Zuge des Wiederaufbaus wurden die Versorgungsanlagen neu organisiert, wodurch die ehemaligen Technikräume ihre ursprüngliche Funktion verloren. Die Planung nutzt diese Chance, um den historischen Gebäuden eine neue, langfristige Nutzung zu geben und ihren Bestand dauerhaft zu sichern. 





    Denkmalschutz als Entwurfsprinzip 

    Ein zentrales Ziel der Planung ist es, den ursprünglichen Charakter der ehemaligen Versorgungsgebäude zu erhalten. Die Klinkerfassaden werden sorgfältig instandgesetzt, historische Stahlfenster möglichst aufgearbeitet und durch innenliegende Kastenfenster energetisch ergänzt. Spätere Veränderungen an den Fassaden werden zurückgenommen, sodass die ursprüngliche Gestaltung wieder stärker erlebbar wird. Auch im Inneren bleibt die Konstruktion an Stellen bewusst sichtbar und macht die Geschichte des Gebäudes weiterhin ablesbar. 

    Historischen Bestand für die Zukunft öffnen 

    Mit der Umnutzung der ehemaligen Versorgungsgebäude entstehen im Bereich des Gesundheitswesens moderne Büro-, Praxis- und Schulungsräume, die den historischen Gebäudebestand sinnvoll ergänzen und langfristig sichern. Die neue Nutzung verleiht der Alten Wäscherei, dem Technikgebäude und dem Wasserturm eine zukunftsfähige Perspektive, ohne ihre Geschichte und ihren Charakter zu verlieren. So wird aus einem ehemaligen technischen Funktionsgebäude ein lebendiger Ort für Arbeiten, Austausch und Weiterbildung. 

  • MFH KUMME

    MFH KUMME

    MFH in der Kumme

    StandortBonn, Bad Godesberg
    Nutzfläche1.050m²
    Umbauter Raum3.150m³
    BaubeginnJanuar 2019
    FertigstellungAugust 2020
    Leistungsphase1-8
    ArchitektBungarten Architekten
    BauleitungStefano Brug
    NutzungMehrfamilienhaus

    Wohnen auf Maß – mitten in der Stadt 

    Im gewachsenen Wohnquartier von Bonn-Friesdorf besetzt das neue Mehrfamilienhaus „In der Kumme“ präzise eine städtische Baulücke. Vor dem Neubau wurde das bestehende Altgebäude vollständig abgebrochen, um Raum für ein zeitgemäßes Wohnhaus mit fünf Eigentumswohnungen zu schaffen. Entworfen wurde das Projekt gemeinsam mit der privaten Bauherrengemeinschaft, umgesetzt unter herausfordernden innerstädtischen Bedingungen. 

    Architektur für den Alltag – und fürs Alter 

    Jede Wohneinheit ist mit einem privaten Freibereich – Balkon, Terrasse oder Loggia – ausgestattet. Ein Aufzug erschließt alle Geschosse barrierefrei. Der Entwurf orientiert sich an den Anforderungen der künftigen Nutzer:innen und reagiert zugleich sensibel auf das bauliche Umfeld: Ein Satteldach, ruhige Proportionen und eine wertige Klinkerfassade definieren den Auftritt zur Straße. 




    Nachhaltig massiv 

    Gebaut wurde konventionell – aber bewusst. Massivwände aus Dämmziegeln ohne WDVS bilden die robuste, atmungsaktive Hülle. In Kombination mit Luft-Wärmepumpe und Photovoltaik erfüllt das Gebäude moderne energetische Standards, ohne gestalterische Kompromisse. 

    Baulücke mit Baukunst 

    Trotz des kleinen Maßstabs war die Realisierung eine technische Herausforderung: Nicht genehmigte Hofstellplätze führten zur Planung einer Tiefgarage, deren Bau komplexe Verbauarbeiten und eine aufwändige Kranlogistik erforderlich machte. Teilweise wurden Baumaterialien durch das fertige Erdgeschoss transportiert – Präzision und Improvisation gingen hier Hand in Hand. 

    Weniger Fläche – mehr Qualität

     

    Auf einem engen Grundstück von knapp 1.050 m² BGF entstand ein kleinteiliger, gut organisierter Stadtbaustein mit hoher Aufenthaltsqualität: Gemeinschaftsgarten im rückwärtigen Bereich, großzügige Fensteröffnungen, wertige Materialien und die konsequente Orientierung auf individuelle Bedürfnisse schaffen ein Wohnhaus mit hoher Identifikation. 




    Neues Wohnen, behutsam verankert 

    Mit dem MFH In der Kumme ersetzt ein präzise gesetzter Neubau ein veraltetes Gebäude und bietet dabei modernen Wohnraum in gefragter innerstädtischer Lage. Durch die Integration privater Stellplätze wird zudem der Bedarf an öffentlicher Infrastruktur entlastet. Das Projekt steht exemplarisch für zeitgemäßes, nutzerzentriertes Wohnen in sensiblen städtischen Kontexten. 

  • CONTAINERHALLE

    CONTAINERHALLE

    Containerhalle Düren

    StandortBonn- Bad Godesberg, Friesdorf
    Nutzfläche925m²
    Umbauter Raum16.000m³
    BaubeginnOktober 2018
    FertigstellungDezember 2019
    Leistungsphase1-9
    ArchitektBungarten Architekten
    BauleitungStefano Brug
    NutzungLagerhalle

    Zweckarchitektur mit klarer Funktion 

    Im Bonner Stadtteil Friesdorf entstand für die Spedition Düren eine hochfunktionale Lagerhalle für die automatische Stapelung und Einlagerung von 20-Fuß-Containern. Die Anlage zählt zu den wenigen vollautomatischen Containerhallen in Deutschland außerhalb von Hafenstandorten. Entstanden ist ein Spezialbau, der konsequent auf Effizienz, Sicherheit und langfristige Nutzbarkeit ausgerichtet ist. 

    Robuste Konstruktion – reduziert auf das Wesentliche 

    Der Neubau basiert auf einer einfachen und wirtschaftlichen Konstruktion. Ein 2,50 m hoher Betonsockel aus Thermodur-Elementen schützt die Halle vor Einbruch und bildet die Basis für die gedämmte Alu-Sandwich-Fassade. Die Tragstruktur wurde in Stahlbauweise mit Trapezblechdach ausgeführt. Eine Photovoltaikanlage mit rund 70 kWp auf dem Dach ergänzt das Konzept um einen nachhaltigen Baustein. 




    Schienensystem als Herzstück der Anlage

    Im Inneren der gedämmten, unbeheizten Halle organisiert ein vollautomatisiertes Lager- und Steuerungssystem die Containerbewegungen. Herzstück der Anlage ist ein auf Schienen basierendes Verschiebewagensystem. Die Container sind auf mehreren parallel angeordneten Schienenfeldern gelagert und werden automatisiert so verschoben, dass der jeweils angeforderte Container an die Entnahmeposition gelangt. 

    Dabei werden einzelne Container temporär umgelagert, bis der gewünschte Container vorne bereitsteht und in einen angrenzenden Arbeitsraum überführt werden kann. Dort kann der Kunde direkt in seinem Container arbeiten, ohne den laufenden Betrieb der Anlage zu beeinträchtigen. Das System ermöglicht einen effizienten Ablauf bei minimalem Personaleinsatz und bildet die Grundlage für den wirtschaftlichen Betrieb der Halle.




    Anspruchsvolle Rahmenbedingungen 

    Das Grundstück liegt auf einem ehemaligen Deponiegelände mit inhomogenem Untergrund. Mittels Ramm-Schotter-Säulen konnte dennoch eine tragfähige Gründung hergestellt werden.

    Auch die technische Infrastruktur stellte besondere Anforderungen: Aufgrund des hohen Energiebedarfs musste eine neue Stromleitung über rund 250 Meter bis zum nächsten Trafohaus geführt werden, teilweise über öffentlichen Grund. Die Umsetzung erfolgte in enger Abstimmung mit den beteiligten Fachplanern und ausführenden Unternehmen. 

    Erweiterung mit System 

    Die Halle wurde von Beginn an so konzipiert, dass spätere Erweiterungen möglich bleiben. Grundstückszuschnitt, Tragwerk und innere Organisation erlauben eine modulare Fortführung der Anlage und schaffen die Voraussetzung für eine langfristig anpassbare Nutzung. 

  • KITA B

    KITA B

    KITA

    StandortEuskirchen
    BaubeginnWettbewerbsentwurf
    ArchitektBungarten Architekten
    BauleitungJakob Bungarten, Minh Nguyen
    NutzungKindertagesstätte

    Ein Haus, das Lernen räumlich macht 

    Die Stadt Euskirchen plante den Neubau einer 5-gruppigen Kindertagesstätte mit Außenanlagen am Standort Einsteinstraße. Gefordert war ein flächeneffizienter Entwurf mit klarer Erschließung, hoher Aufenthaltsqualität und nachhaltigen Lösungen für Gebäude und Freiraum. 

    Sortierbox als Entwurfsidee 

    Der Entwurf versteht die Kita als räumlichen Lernbegleiter, der Orientierung gibt und zugleich Freiraum für Entwicklung schafft. Ausgangspunkt ist die Idee einer Sortierbox, wie man sie aus motorischen Kinderspielen kennt: Unterschiedliche Baukörper, Farben und Fensterformate strukturieren das Haus und machen die verschiedenen Nutzungen nach außen sichtbar. Die unterschiedlich großen Fensteröffnungen leiten sich aus diesem Prinzip ab und geben den Räumen jeweils einen eigenen Ausdruck. 




    Räume für Orientierung und Lernen 

    Der Entwurf übersetzt kindliche Bedürfnisse in Raum: überschaubare Einheiten, farbige Orientierungspunkte, großzügige Spielflächen und große Fenster schaffen eine helle, anregende und sichere Umgebung. 

    Ein eingeschossiger Sockel wird von farbigen Volumen im Obergeschoss ergänzt. Die versetzten Baukörper schaffen geschützte Außenbereiche und gliedern die Kita in überschaubare Einheiten. Gruppenräume, Differenzierungsräume und Nebenräume sind klar organisiert und orientieren sich zum Garten. Direkte Zugänge verbinden Innen- und Außenraum. 

    Die Architektur unterstützt die pädagogische Nutzung: Spielflure werden als Aufenthaltsbereiche genutzt und bieten Platz für Bewegung, Begegnung und informelles Lernen. Großzügige Verglasungen schaffen Transparenz und Blickbeziehungen innerhalb des Hauses. Rückzugsorte und flexibel nutzbare Bereiche ermöglichen gemeinschaftliches und individuelles Lernen gleichermaßen. 




    Bewusst geplant 

    Auch die Außenanlagen sind als pädagogischer Freiraum angelegt. Geschwungene Wege verbinden Spielbereiche, Aufenthaltsorte und ruhigere Zonen. So entsteht ein zusammenhängender Lern- und Bewegungsraum über das Gebäude hinaus. 

    Die Planung setzt auf robuste Materialien, kompakte Baukörper und langlebige Lösungen. Ein begrüntes Dach verbessert das Mikroklima und unterstützt die Regenwasserrückhaltung. Ergänzend ist Photovoltaik vorgesehen, um einen Teil der Energieversorgung eigenständig abzudecken. 

  • KITA A

    KITA A

    KITA A

    StandortEuskirchen
    Nutzflächeca. 490 m²
    Umbauter Raumca. 1.150 m³
    BaubeginnWettbewerbsentwurf
    ArchitektBungarten Architekten
    BauleitungJakob Bungarten, Minh Nguyen
    NutzungKindertagesstätte

    Ein Haus, das Orientierung und Begegnung schafft
     

    Die Stadt Euskirchen plante den Neubau einer dreigruppigen Kindertagesstätte mit Außenanlagen an der Käthe-Kollwitz-Straße. Gefordert war ein kompakter und flächeneffizienter Entwurf mit klarer Erschließung, hoher Aufenthaltsqualität und großzügigen Freiflächen für unterschiedliche Altersgruppen. Das Raumprogramm umfasste drei Gruppen, einen Mehrzweckraum, Personal- und Leitungsräume sowie ergänzende Neben- und Funktionsbereiche. 





    Sortierbox als Entwurfsidee 

    Der Entwurf versteht die Kita als räumlichen Lernbegleiter, der Orientierung gibt und zugleich Freiraum für Entwicklung schafft. Ausgangspunkt ist die Idee einer Sortierbox, wie man sie aus motorischen Kinderspielen kennt: Unterschiedliche Baukörper, Farben und Fensterformate strukturieren das Haus und machen die verschiedenen Nutzungen nach außen sichtbar. Die unterschiedlich großen Fensteröffnungen leiten sich aus diesem Prinzip ab und geben den Räumen jeweils einen eigenen Ausdruck. 

    Räume für Orientierung und Lernen 

    Der Entwurf übersetzt kindliche Bedürfnisse in Raum: überschaubare Einheiten, farbige Orientierungspunkte, großzügige Spielflächen und große Fenster schaffen eine helle, anregende und sichere Umgebung. 

    Der zweigeschossige Baukörper gliedert sich in klar ablesbare Bereiche und schafft einen geschützten Gartenraum auf der ruhigen Seite des Grundstücks. Im Erdgeschoss liegen der Eingangsbereich, das zentrale Foyer sowie zwei Gruppen mit ihren Neben-, Differenzierungs- und Sanitärbereichen. Im Obergeschoss befinden sich die dritte Gruppe, der Mehrzweckraum sowie Personal-, Leitungs- und Nebenräume. Die Gruppenräume orientieren sich zum Garten und öffnen sich mit bodentiefen Fenstern nach außen. 

    Die Architektur unterstützt die pädagogische Nutzung: Flure werden nicht nur als Erschließungsflächen verstanden, sondern als Aufenthaltsbereiche mit Platz für Bewegung, Begegnung und informelles Lernen. Großzügige Verglasungen schaffen Transparenz und Blickbeziehungen innerhalb des Hauses. Rückzugsorte und flexibel nutzbare Bereiche ermöglichen gemeinschaftliches und individuelles Lernen gleichermaßen. 




    Bewusst geplant 

    Auch die Außenanlagen sind als pädagogischer Freiraum angelegt. Die Spielflächen sind direkt aus den Gruppenräumen erreichbar und erweitern das Raumangebot um Orte für Bewegung, Naturerfahrung und gemeinschaftliches Spiel. 

    Die Planung setzt auf kompakte Baukörper, robuste Materialien und langlebige Lösungen. Ein begrüntes Dach verbessert das Mikroklima und unterstützt die Regenwasserrückhaltung. Ergänzend ist Photovoltaik vorgesehen, um einen Teil der Energieversorgung eigenständig abzudecken. 

  • MFH B

    MFH B

    MFH B

    StandortRemagen
    Nutzfläche4 Baukörper, unterschiedlich, BGF Baukörper I: 1.700 m²
    Umbauter Raum4 Baukörper, unterschiedlich, BRI Baukörper I: 5.200 m³
    Leistungsphase1 – 2
    ArchitektBungarten Architekten
    BauleitungSibylle Thor, Jakob Bungarten
    NutzungWohnen

    Topografie als Entwurfsprinzip 

    Der Entwurf für das Mehrfamilienhaus entwickelt sich aus den Vorgaben des Bebauungsplans und der Hanglage des Grundstücks mit Straßenniveau auf der oberen Seite. Vier Baukörper gliedern das Gesamtvolumen und reagieren auf die topografische Situation. 

    Die Gebäude sind entlang des Geländes versetzt angeordnet und teilweise in das Terrain eingebunden. Sie entwickeln sich aus einem gemeinsamen Sockel, wodurch die Höhenentwicklung aufgenommen und die bauliche Dichte reduziert wird. 

    Versetzte Baukörper und klare Fassadenordnung 

    Die Bebauung besteht aus vier Gebäuden mit jeweils drei Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss. Unterschiedliche Gebäudetiefen und Grundrisse ermöglichen ein breites Angebot an Wohnungsgrößen. 

    Die Fassaden folgen einer klaren Ordnung aus regelmäßig gesetzten Öffnungen und eingeschnittenen Loggien. Horizontale Linien strukturieren die Gebäude und machen die Schichtung im Gelände ablesbar. 

     
    Reduktion auf wenige, dauerhafte Materialien 

    Die Gebäude sind in massiver Bauweise geplant. Putzfassaden mit einem zurückhaltenden, monochromen Farbkonzept prägen das Erscheinungsbild. 
    Die Materialwahl ist auf Dauerhaftigkeit und geringe Wartung ausgelegt und entspricht einer wirtschaftlichen Bauweise. 





     

    Privatheit und Gemeinschaft im Übergang 

    Die Außenanlagen sind in private und gemeinschaftliche Bereiche gegliedert. Den Erdgeschosswohnungen sind private Gartenflächen zugeordnet, die durch Hecken gefasst sind und eine klare Abgrenzung zum öffentlichen Raum bilden. 
    Zwischen den Baukörpern entstehen gemeinschaftlich nutzbare Freiräume. Die Stellplätze sind in ein Retentionskonzept integriert und übernehmen zusätzlich Funktionen im Regenwassermanagement. 

    Begrünte Dächer als fünfte Fassade 

    Die Dächer sind als zusammenhängende, begrünte Flächen mit integrierten Photovoltaikelementen ausgebildet. Sie tragen zur Regenwasserrückhaltung und Energiegewinnung bei und ergänzen das Gebäude als gestaltete fünfte Fassade. 


    Einfügung durch Maßstab und Sockelbildung 


    Die Anordnung der Baukörper berücksichtigt die bestehende Nachbarschaft sowie die örtliche Verkehrssituation. Durch ihre Versetzung und die Ausbildung eines durchgehenden Sockelgeschosses entsteht ein gegliedertes Straßenbild, das auf die Maßstäblichkeit der Umgebung reagiert. 
    Die Baukörper sind über eine gemeinsame Erschließung miteinander verbunden und als zusammenhängendes Ensemble ausgebildet. 
     
    Der Entwurf zeigt, wie sich wirtschaftlicher Wohnungsbau, klare städtebauliche Einbindung und differenzierte Freiräume in einem einfachen System verbinden lassen. 

  • VILLA X

    VILLA X

    Villa X

    StandortVillengeprägte Wohnlage in Flussnähe
    Nutzfläche780 m²
    Umbauter Raum4.750 m³
    Baubeginn2018
    Fertigstellung2019
    Leistungsphase1 – 9
    ArchitektBungarten Architekten
    BauleitungGerd Bungarten, Sibylle Thor
    NutzungEinfamilienhaus

    Klassische Ordnung als räumliches Prinzip 

    Die Villa X ist als zeitgenössische Interpretation der klassischen Villa realisiert. In einem gewachsenen Villenquartier am Rhein formuliert der Baukörper mit seiner streng symmetrischen Straßenfassade eine klare Adresse. Ein Mittelrisalit markiert den Eingang und verleiht dem Gebäude eine eindeutige Mitte. Putzfassade, Gesimsbänder und Klappläden gliedern den Baukörper und geben ihm Tiefe und Maßstab. 

    Das Haus aus seiner Mitte 

    Der Eingang führt in eine zentrale Diele, die als Verteilerraum das Haus erschließt und die innere Ordnung begründet. Entlang der Mittelachse entwickelt sich im Erdgeschoss eine Abfolge von Empfang, Esszimmer und Wohnzimmer. Hohe Flügeltüren verbinden die Räume und ermöglichen durchgehende Blickbeziehungen bis in den Garten. Mit einer lichten Raumhöhe von drei Metern und präzise gesetzten Öffnungen entsteht eine klare, zusammenhängende Raumstruktur. 

    Den Abschluss bildet ein Wintergarten, der als eigenständiger, architektonisch gefasster Raum den Übergang zwischen Innenraum und Garten vermittelt und die Raumfolge nach außen fortsetzt. 

    Im Obergeschoss sind die privaten Räume um die zentrale Diele angeordnet und folgen der Ordnung des Grundrisses. Die Fenster sind entsprechend der inneren Struktur gesetzt und rahmen gezielt Ausblicke in den Garten und die umgebende Landschaft. 

    Die Fortsetzung der Mittelachse  

    Der Garten ist als Fortsetzung der architektonischen Ordnung gestaltet. Entlang der Mittelachse liegt ein Außenpool, der den Außenraum strukturiert und in direkter Beziehung zu den Wohnräumen steht. Ein separates Gartenhaus sowie Mauern und Pflanzungen gliedern das Grundstück und definieren abgestufte Übergänge zwischen öffentlichem und privatem Raum.
     
    Die Villa wurde in massiver Bauweise mit monolithischem Mauerwerk und fein differenzierter Putzfassade errichtet. Mit rund 780 Quadratmetern Nutzfläche ist ein Wohnhaus entstanden, dessen architektonische Qualität aus der Klarheit seiner räumlichen Struktur, der Präzision seiner Proportionen und seiner konstruktiven Dauerhaftigkeit entwickelt ist. 

  • MFH MÜHLENTEICH

    MFH MÜHLENTEICH

    MFH Mühlenteich

    StandortBad Neuenahr-Ahrweiler
    Nutzfläche1.115 m²; Wohnfläche: 680 m²
    Umbauter Raum4160 m³
    Leistungsphase1 – 4
    ArchitektBungarten Architekten
    BauleitungSibylle Thor, Minh Ngyuen
    NutzungWohnnutzung (6 WE)

    MFH am Mühlenteich 

    Verdichtetes Wohnen als präzise gesetzter Baukörper 


    Bauen im engen Rahmen 

    Das Gebäude entsteht auf dem Gelände einer ehemaligen Feuerwehrnutzung in einem heterogenen Umfeld mit großmaßstäblicher Nachbarbebauung. Das Grundstück ist geometrisch wie funktional anspruchsvoll und setzt dem Entwurf enge Grenzen. 
    Die Antwort darauf ist eine klare Setzung, die die vorhandenen Spielräume vollständig ausschöpft und zugleich eine eigenständige Ordnung im Stadtraum formuliert. Die erforderlichen Stellplätze werden in einer kompakten Tiefgarage organisiert, wodurch die Oberfläche weitgehend frei von Verkehr bleibt. 

    Ein kompakter Körper 

    Der Baukörper ist als kompaktes, viergeschossiges Volumen mit Walmdach ausgebildet. Die Dachform fasst die Kubatur und verleiht dem Gebäude einen präzisen Abschluss. 

    Seine Wirkung entsteht nicht aus Differenzierung, sondern aus Proportion, Kontur und Maßstäblichkeit. Die plastische Ausbildung der Dachzone mit stehenden Gauben prägt die Erscheinung und strukturiert die Fassade. Das Gebäude tritt als ruhiger, geschlossener Körper in Erscheinung. 



    Ordnung statt Addition 

    Die innere Organisation folgt einem klaren, wiederholbaren System. Pro Geschoss werden unterschiedlich große Wohnungen innerhalb derselben Struktur organisiert. 
    Großzügige Wohnbereiche bilden das Zentrum der Einheiten und werden durch kompakt gefasste Nebenräume ergänzt. Loggien und Dachterrassen erweitern die Wohnungen nach außen. 

    Variabilität entsteht aus der Struktur selbst und nicht aus individuellen Grundrisslösungen. 





    Reduktion der Mittel

    Das Gebäude wird in massiver Bauweise errichtet. Eine verputzte Außenhaut bündelt den Baukörper zu einer homogenen Erscheinung und unterstreicht seine ruhige Präsenz. Die klar gefassten Öffnungen und Loggien strukturieren die Fassade und bilden die innere Organisation nach außen ab. 

    Der hölzerne Dachstuhl bildet den konstruktiven Abschluss. Die Materialwahl ist bewusst reduziert und auf Dauerhaftigkeit ausgelegt. Ergänzt wird dies durch ein Energiekonzept auf Basis einer Wärmepumpe sowie eine konstruktive Ausführung, die eine spätere Trennung und Wiederverwertung der Baustoffe ermöglicht. 

    Präzision als Prinzip 

    Das Projekt entwickelt seine Qualität aus der Klarheit seiner Mittel. Setzung, Struktur und Material folgen einer durchgängigen Logik und verzichten auf formale Überhöhung. 

    Unter den Bedingungen eines fehlenden Bebauungsplans entsteht ein Gebäude, das sich nicht über Gesten definiert, sondern über Präzision, Maß und eine nachvollziehbare architektonische Ordnung.