Historische Substanz weitergedacht
Mit der Restaurierung, dem Umbau und der Erweiterung des ehemaligen Pfarrhauses entstand ein neuer Ort für das gemeinschaftliche Leben in Kesseling. Das historische Gebäude war ursprünglich eine Außenstelle des Klosters Prüm, wurde später als Pfarrhaus und ab den 1960er-Jahren als Wohnhaus genutzt.
Mit der neuen Nutzung als Dorfgemeinschaftshaus sollte zugleich der Ortskern von Kesseling gestärkt werden.
Weiterbauen am Bestand
Das denkmalgeschützte Gebäude setzt sich aus einem Westtrakt aus dem 16. Jahrhundert und einem Osttrakt aus dem 18. Jahrhundert zusammen. Während der ältere Westtrakt in weiten Teilen erhalten werden konnte, waren im Osttrakt aufgrund erheblicher Schäden umfangreiche konstruktive Eingriffe notwendig. Die Sanierung erfolgte in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege.
Ergänzt wurde der Bestand durch einen bewusst ablesbaren, eingeschossigen Erweiterungsbau. Mit seiner horizontalen Ausrichtung und dem Flachdach tritt der Neubau gegenüber dem historischen Pfarrhaus zurück. Großzügige Öffnungen verbinden den rund 140 m² großen Veranstaltungsraum mit den angrenzenden Außenbereichen.
Materialität und historische Details
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem Erhalt prägender Bauteile. Kölner Decken wurden in den erhaltenswerten Bereichen gesichert und wiederhergestellt, ebenso historische Holzdielen, Naturstein-Fenstergewände, Türen und Treppenanlagen. Sprossenfenster wurden nach historischem Vorbild erneuert und im Innenraum kam Lehmputz zum Einsatz.
Räume für Gemeinschaft
Das neue Nutzungskonzept bündelt unterschiedliche Angebote unter einem Dach. Neben Veranstaltungsraum, Küche und Vereinsräumen im Erdgeschoss befinden sich im Obergeschoss Jugendräume sowie ein eigener Bereich für die Blasmusik. Der Musikraum wurde für seine besondere Nutzung schalltechnisch ertüchtigt.
Bauen in Etappen
Die Umsetzung erfolgte in aufeinander abgestimmten Bauabschnitten – von der Sicherung und Sanierung der historischen Bausubstanz über die energetische Ertüchtigung bis zum Innenausbau und der neuen Nutzung. Öffentliche Fördermittel und bürgerschaftliches Engagement begleiteten die Realisierung.





















































